Donnerstag, 17. Dezember 2009
Der Tod traegt Schwimmflossen.
Tauchen am letzten Tag am Richelieu Rock, einer Erhebung im offenen Meer, die nicht nur einer beeindruckenden Vielzahl an Tieren und Pflanzen ein Zuhause bietet, sondern vor allem ein Magnet fuer viel zu viele Taucher ist. Bei einem ueberwaeltigem Tauchgang duerfen wir Zeuge eines beeindruckenden Schauspiel sein. Ein wohl mannsgrosser Baracuda schwebt reglos ueber dem Riff und wartet auf Beute. Sehr erhebend. Das kann man leider von den meisten Tauchern hier nicht sagen. So ruecken Muraehnen, Kofferfische, Nemo und Freunde in den Hintergrund und man widmet seine Aufmerksamkeit einer anderen wunderlichen Spezies: dem Tauchjapaner. Selbstredend ausgestattet mit hochwertiger Kamera, paddelt er bevorzugt in Schulen (Unterwasserausdruck fuer Herde oder Rudel) eher weniger elegant um jedes noch so kleine Lebewesen herum. Seine Jagdtaktik dabei ist folgende: Zwei bis drei machen die Vorhut und blitzen alles blind was keine Hoehle hat, dann kommen die anderen 9-10 und kreisen die nun orientierungslosen Opfer ein und fotografieren was die Speicherkarte hergibt. Zur Not wird mit einem kleinen unromantischen Stocherstab noch etwas Bewegung in die bloede Muschel gebracht, die sich partout einfach nicht oeffnen will, obwohl das so gebucht war. Dann kugelt die Gruppe weiter....Ungewollt wird der Tauchjapaner dabei zum gefaehrlichsten Lebewesen der Weltmeere. Die Chance, dass einem dies hinterhaeltige Tierchen mit seiner Kamera blitzdingst und anschliessend die Brille vom Kopf reist, ist wissenschaftlich betrachtet 24.676 Mal hoeher als von einem Hai attackiert zu werden. Vielleicht sollte man endlich Horrofilme drehen, die den neuen Machtverhaeltnissen im Meer gerecht zu werden. ...“ Der Tod traegt Schwimmflossen“.
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